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Brautschneiderin arbeitete 83 Stunden in einer Woche



Wien – Die Arbeiterkammer verweist wiederholt auf Fälle von Arbeitsrechtsverletzungen, beispielsweise im Zusammenhang mit Überstunden. Jetzt hat die AK für eine Näherin in einem Brautgeschäft 1

7.000 Euro wegen fehlender Vergütung und Überstundenbezahlung gefordert – und erreicht. Laut AK hatte die Frau in einigen Wochen mehr als 60 Stunden gearbeitet, sogar 83 Stunden in einer Woche.

Wie die Leiterin der Abteilung für Arbeitsrecht an der Universität der Künste Wien, Irene Holzbauer, der APA sagte, zeigt das Beispiel auch das Problem der "Freiwilligkeit" in Überstunden. Denn die 11. und 12. Arbeitsstunde pro Tag kann per Gesetz nur freiwillig geleistet werden. In der Praxis wüssten viele Arbeitnehmer nicht, ob sie ihren Arbeitsplatz verweigern oder fürchten könnten, wenn sie sich den Anforderungen der Arbeitgeber widersetzten.

Weniger Gehalt als im Arbeitsvertrag vereinbart.

Die Arbeitnehmerin war in einem Brautgeschäft für Änderungsschneider. Sie erhielt keine Überstunden, wurde aber für 40 Stunden weniger bezahlt als im Rahmen ihres eigenen Arbeitsvertrags und ihres Tarifvertrags laut AK.

Eine wöchentliche Arbeitszeit von 83 Stunden ist definitiv ein Arbeitszeitverstoß des AK-Experten. Die tägliche Höchstarbeitszeit beträgt zwölf Stunden und die wöchentliche Höchstarbeitszeit 60 Stunden, wobei eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden einen Berechnungszeitraum von 17 Wochen nicht überschreitet. Im konkreten Fall der Näherin wurden sowohl die täglichen als auch die wöchentlichen Höchstarbeitszeiten verletzt.

Die AK fordert daher ein gesetzliches Verbot von Überstundenverzögerungen und saftigen Strafen wie einem Überstundendoppel: Wer systematisch keine Überstunden macht und Überstunden bezahlt, sollte in Zukunft doppelt zahlen, anstatt nur das, was er schuldig ist. (APA)


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