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Chronik: Nach Fehleinschätzung: Freispruch für Kampfsportler



Wie das Oberlandesgericht Wien (OLG) nun eindeutig als Berufungsinstanz feststellte, handelte der 50-Jährige, der nun seine aktive Laufbahn beendet hat und als Trainer unter anderem in der Polizeiausbildung tätig ist, in berechtigte Selbstverteidigung. Die vom ersten Gericht angenommene Selbstverteidigung war nicht verfügbar. Der erste Richter habe "kein Augenmaß bewiesen", bedauerte Christian Dostal, Vorsitzender des Berufungssenats. Der ehemalige Weltmeister "hat mehr Nerven bewiesen, als ich in dieser Situation bewiesen hätte". Dass das erste Gericht dies nicht anerkannte, sei "bedauerlich". Dostal fragte sich: "Was können Sie sich noch gefallen lassen?"

Das Oberlandesgericht legte daher Berufung gegen den Strafverteidiger Nicholas Rast ein, hob das Urteil auf und sprach den 50-Jährigen auf der Grundlage einer nachgewiesenen Selbstverteidigung frei. Der 31

-Jährige, der von dem Unfall betroffen war – der Kampfsportler hatte sich zwei Rippen gebrochen -, wurde durch seine Schadensersatzansprüche in Höhe von 1.500 Euro des Zivilschadens beraubt. Der Freispruch ist endgültig und kann nicht mehr gekämpft werden.

Angeklagter wurde zur Vollbremsung gezwungen

Der Weltmeister fuhr am 31. Juli 2018 mit seinem Auto auf der dritten Spur mit einer Geschwindigkeit von 140 km / h auf der A1 in Richtung Linz. Als hinter ihm der 31-Jährige auftauchte und überholen wollte, war ein Spurwechsel aufgrund des Verkehrs nicht sofort möglich, woraufhin der Jüngere wütende Lichter gab und dicht an die Stoßstange heranfuhr. Nachdem der 50-Jährige die Spur gewechselt hatte, überholte er den Jüngeren, bremste dann aber wieder und zwang die anderen Verkehrsteilnehmer zum Stillstand.

Der Kampfsportler beschleunigte daraufhin auf 160 km / h, der 31-Jährige nahm die Verfolgung auf, und als der Weltmeister in der Ausfahrt Ybbs die Autobahn verließ, folgte ihm der andere, überholte ihn auf der B1 und zwang ihn der 50-Jährige mit einem neuen Bremsmanöver zum Stoppen. Dann sprang er aus dem Auto und stürmte zum Auto des 50-Jährigen, wo er auf die Windschutzscheibe traf und Morddrohungen ausstieß.

Der 31-Jährige erlitt zwei Rippenbrüche.

Der Kampfsportler blieb ruhig, öffnete das Seitenfenster einige Zentimeter und sagte dem Angeklagten, er solle sich beruhigen und wisse nicht, mit wem er es zu tun habe mit. Dann rannte der 31-Jährige zu seinem Auto zurück, öffnete den Kofferraum und holte eine Krücke heraus, die er angriff. Nun stieg auch der 50-Jährige aus dem Auto, blockierte einen ersten Schlag mit der Krücke und schickte den nächsten Schlag mittels einer Kampftechnik in den Körper des Angreifers. Auf der linken Seite brachen die sechste und die achte Rippe des Angreifers. Anschließend suchte der Kampfsportler mit der jammernden Verletzung die nächste Polizeiinspektion.

Auch für den 31-Jährigen hatte sein Verhalten strafrechtliche Konsequenzen. Er wurde vom Landgericht St. Pölten wegen Nötigung und Körperverletzung zu vier Monaten Haft verurteilt und mit einer Geldstrafe von 900 Euro belegt.


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