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Warum Israel und Jordanien diplomatische Probleme haben



D Das Tor zur "Insel des Friedens" ist verschlossen. Ein Vierteljahrhundert nach dem Friedensabkommen zwischen Israel und Jordanien schlossen die Soldaten am Wochenende endlich das Eisentor. Hier kamen israelische Bauern auf ihre Felder, die seit 1994 auf der jordanischen Seite des Jordantals liegen. Damit der Friedensvertrag nicht scheiterte, war der damalige jordanische König Hussein bereit, die beiden Grundstücke für 25 Jahre an Israel zu verpachten. Vor einem Jahr forderte Husseins Sohn Abdullah II. Das Land zurück. In einer Rede kündigte Abdullah am Sonntag an, dass das Haschemitische Königreich in Buqura (Hebräisch: Naharjaim) und Ghamr (Zofar) wieder "volle Souveränität über jeden Zoll" habe.

  Hans-Christian Roessler

Naharjaim, auch Friedensinsel genannt, liegt am Zusammenfluss von Jordanien und Yarmuk unter dem See Genezareth, Zofar südlich des Toten Meeres in der Arava-Wüste. Am Samstag hatten sich Hunderte von Israelis erneut von den Gebieten verabschiedet, die lange Zeit als Symbol der Verständigung mit ihren arabischen Nachbarn galten. Jordanien war der zweite und bis dato letzte arabische Nachbar Ägyptens und unterzeichnete ein Friedensabkommen mit Israel. An der Grenze war es still – bis auf einen tragischen Vorfall in Naharjaim. 1997 erschoss ein geistesgestörter jordanischer Soldat sieben israelische Studenten am Aussichtspunkt. Der jordanische König Hussein ging dann zu allen Eltern, um persönlich ihr Beileid auszusprechen und den Frieden zu retten.

Schlechte Beziehungen zu Israel

Die Hoffnungen waren groß, als König Hussein und der israelische Ministerpräsident Itzhak Rabin am 26. Oktober 1994 in der Arava-Wüste nördlich von Eilat ihre Unterschriften unter den Vertrag stellten. Gleichzeitig hatte der Friedensprozess mit den Palästinensern begonnen. Aber der Frieden hat die beiden Nachbarländer nie wirklich näher zusammengebracht, er ist kalt geblieben. In den letzten Jahren wuchs die Entfremdung, die am 25. Jahrestag besonders auffiel: Weder in Jerusalem noch in Amman wurde offiziell daran erinnert. Zuvor kündigte der amtierende israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Wahlkampf an, die palästinensische Seite des Jordantals zu annektieren. Über Jerusalem gibt es immer Streit. Der Friedensvertrag erkennt an, dass der jordanische König Wächter der islamischen und christlichen Stätten in der Stadt ist. Wachsam achtet er darauf, dass die israelische Regierung und radikale Siedler nichts ändern.

Für die Jordanier ist der Frieden mit Israel untrennbar mit dem Palästinenserkonflikt verbunden. Da es keine Lösung gibt, ist für die meisten auch keine gute Nachbarschaft möglich. In Jordanien gibt es daher zunehmende Forderungen nach einer Kündigung des Abkommens, das das Parlament 1994 ohne die Anhänge über das Leasing von Enklaven gebilligt hat. Diese Forderung wurde insbesondere von der Muslimbruderschaft gestellt, die der palästinensischen Hamas nahe steht; Sie sind die stärkste und am besten organisierte politische Kraft im Haschemitischen Königreich. Selbst unter der Bevölkerung, die zum größten Teil palästinensischer Herkunft war, war der Frieden von Anfang an unbeliebt. Mit der Beendigung des Vertrags konnte Abdullah nun zumindest einen Teil der Wut abbauen, die unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet und über Sparmaßnahmen klagt.

Die Beziehungen zu Israel hatten sich im Herbst weiter verschlechtert. Die Verhaftung von zwei Jordaniern palästinensischer Herkunft hatte bis letzte Woche zu neuen Spannungen an der israelischen Grenze geführt. Jordanien erinnerte an seinen Botschafter aus Tel Aviv als Reaktion auf Konsultationen. Letzte Woche konnten die beiden Jordanier nach Hause zurückkehren. Erst seit letztem Jahr haben beide Länder wieder Botschafter in Tel Aviv und Amman. Jordanien hat den israelischen Botschafter im Jahr 2017 ausgewiesen, nachdem ein israelischer Wachmann in der Botschaft in Amman einen jordanischen Handwerker erschossen hatte.


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