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"Wilhelm, der Baumeister": Der Architekt Holzbauer starb



Wien. Er wurde "Wilhelm der Baumeister" genannt. Wilhelm Holzbauer trat nicht nur mit seinen zahlreichen Bauten in die österreichische Architekturgeschichte ein, sondern auch mit seiner Lehre. Der vollständige Einsatz bei der Auftragserfassung war für ihn selbstverständlich, Kompromisse beim Bauen lehnte er jedoch ab. Am Samstag verstarb der Doyen der österreichischen Architekturszene im Alter von 88 Jahren.

"Ich gestehe eine Architektur, deren Wurzeln in einer pragmatischen und nicht in einer ideologischen Haltung liegen", schrieb Wilhelm Holzbauer einmal. Nicht nur in der theoretischen Auseinandersetzung mit architektonischen Aufgaben trieb er die Moderne in Österreich voran, auch in der gebauten Praxis blieb er sich treu. Allein in Wien baute der beschäftigte Mitarbeiter, der 201

8 in Rente ging, und andere. Bürogebäude in der Lasallestraße, im Andromeda-Turm auf der Donauplatte, im Kärntnerringhof oder in der neuen Fassade der Volksoper.

Frühe Bauten in Salzburg

Holzbauer entwarf diese in Salzburg, wo er am 3. September 1930 geboren wurde. Stadtbild nicht unerheblich mit. Im Festivalviertel befinden sich seine wichtigsten Frühbauten wie die Kirche in Parsch oder das Bildungszentrum St. Virgil sowie mehrere Bürogebäude, die Naturwissenschaftliche Fakultät und das 2006 eröffnete "Haus für Mozart". Renommierte Holzbauer-Werke sind im ganzen In- und Ausland zu finden, vor allem die Musik- und Theaterbauten waren seine große Liebe. In Bregenz baute er 1981 das Herrenhaus, in Amsterdam realisierte er 1986 ein neues Opernhaus, in Baden-Baden legte er ein mächtiges Festspielhaus an einem alten Bahnhof an.

Allen Projekten ist gemeinsam, dass sie so mächtig sind wie die Masse der Konstruktion der Architektursprache – kaum zu übersehen. "Er hat die Gabe, komplexe funktionale und räumliche Programme in computergestützte Konzepte zu übersetzen, die einfach und überschaubar sind", meinte der Architekturkritiker Friedrich Achleitner.

Studium bei Clemens Holzmeister

Nach dem Besuch der Fachhochschule in Salzburg studierte Wilhelm Holzbauer Anfang der 1950er Jahre zusammen mit Gustav Peichl bei Clemens Holzmeister an der Wiener Akademie der bildenden Künste. 1952 gründete er mit Friedrich Kurrent und Johannes Spalt die legendäre "Arbeitsgruppe 4". Ihre Entwürfe und Ideen galten als Meilensteine ​​der österreichischen Architekturgeschichte. Fast seine Karriere war jedoch bereits 1956 beendet. Seine Reise als Vollblut-Gefährte mit der "Andrea Doria" in die USA endete mit einem Schiffbruch. Holzbauer gehörte zu den Geretteten.


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