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Beginn des G7-Gipfels: ein "Stresstest" für die Einheit



Die Liste der Streitfragen auf dem G7-Gipfel ist lang. EU-Ratspräsident Tusk erwartet ein schwieriges Treffen und spricht von einem "Stresstest". Zu Beginn des Gipfels gab es unerwartet freundliche Geräusche.

Von Stephan Überbach, SWR, cz. Biarritz

"Wir haben viel gemeinsam und sind seit langem gute Freunde", sagte US-Präsident Donald Trump unter Bezugnahme auf seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Zu Beginn des G7-Gipfels gab es unerwartet freundliche Töne, was sich nach allgemeiner Einschätzung und der Situation als außerordentlich schwieriges Treffen herausstellt. Denn selten waren die großen Industrienationen so gespalten wie heute.

Handel, Iran, Klimaschutz und vieles mehr ̵

1; die Liste der Konflikte ist lang. EU-Ratspräsident Donald Tusk sieht die G7 vor einem großen Stresstest für die Einheit und Solidarität der freien Welt. "Es bleibt ungewiss, ob die Gruppe in der Lage sein wird, gemeinsame Lösungen zu finden, obwohl wir vor sehr ernsten Herausforderungen stehen – oder ob sie sich stattdessen auf sinnlose Streitereien untereinander konzentrieren."

Das zielt natürlich auf Trump. Schließlich hatte der US-Präsident kurz vor seiner Abreise nach Europa mit massiven Strafzöllen für französischen Wein gedroht. Aus Ärger über eine digitale Steuer müssen die US-amerikanischen Internet-Giganten wie Facebook, Google oder Amazon in Frankreich zur Zahlung aufgefordert werden. In der G7 tritt der unberechenbare Handelskrieger Trump allein gegen alle an.

Vor allem die Europäer warnen vor den möglichen Folgen. Frankreichs Präsident Macron sagte: "Diese Spannungen sind für die ganze Welt schlecht, und wir müssen versuchen, diesen Handelskrieg, der überall ist, zu deeskalieren und zu vermeiden." Wirtschaftlicher Druck sollte kein politisches Instrument sein, sagt EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Merkel erwartet Zeichen für Klimaschutz

Die Bundeskanzlerin erwartet von diesem Gipfel angesichts der verheerenden Waldbrände am Amazonas ein deutliches Signal für mehr Klimaschutz. Es muss alles getan werden, damit der Regenwald nicht brennt, sagte Angela Merkel kurz vor ihrer Abreise nach Biarritz.

Der französische Gastgeber Macron hatte die Brände in Brasilien für kurze Zeit auf die Tagesordnung des G7-Treffens gesetzt. Er kündigte an, dass er das Freihandelsabkommen zwischen der EU und vier südamerikanischen Staaten blockiere. Die Bundesregierung lehnt dies jedoch ab und weist darauf hin, dass der Vertrag verbindliche Regelungen zum Klimaschutz enthält.

Umweltorganisationen fordern eine Änderung der Politik

Umwelt- und Entwicklungsverbände fordern die G7-Staaten auf, konkrete Entscheidungen zu treffen und die Politik zu ändern: Weg von einseitigen wirtschaftlichen Interessen hin zu mehr Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Dass Gastgeber Macron von Anfang an auf ein gemeinsames Fazit verzichtet, hält Marvin Meier von der Kinderhilfsorganisation World Vision für einen Fehler. Der Badeort Biarritz ist eingezäunt. Insgesamt sind mehr als 13.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Dieses Thema wurde am 24. August 2019 um 20:00 Uhr und B5 um 20:00 Uhr gemeldet.


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