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Milliarden ein "Phantomkapital": 40 Prozent aller Investments sind Steuerflucht



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<p class= Steuerflucht ist ein wesentlicher Treiber globaler Investitionen, sagt der IWF.

(Foto: REUTERS)

Sie bunkern Billionen in Steueroasen.

Die Wissenschaftler des Internationalen Währungsfonds (IWF) liefern erschreckendes neues Datenmaterial zum Thema Steuerflucht: Ein Großteil aller direkten Investitionen ist laut einer neuen Studie des IWF "Phantomkapital", das nur der Steuerreduzierung von Konzernen und keinem echtem, produktivem Zweck dient. Fast 40 Prozent aller globalen Investments werden demnach über "leere Firmenhüllen ohne echte Geschäftsaktivität" abgewickelt, heißt es in der Analyse, die IWF zusammen mit Experten der Universität Kopenhagen erstellt hat.

Steueroptimierung von Konzernbilanzen angewachsen – so viel wie die Wirtschaftsleistung von Deutschland und China zusammen. Dass das Geld kaum echte, produktive Zwecken sein kann, zeigt schon eine größere Plausibilitätscheck: Luxemburg, ein Land mit 600.000 Einwohnern, zieht laut der Studie genauso viel Kapital an wie die USA – und sogar noch viel mehr als China. "Ausländische Direktinvestitionen dieser Größenordnung spiegeln schwerlich reales Investment in der luxemburgischen Wirtschaft wider", heißt es in der Studie.

Sie sind juristische Hüllen für Steueroptimierung, Gewinnverlagerung und anderes Finanzgeschacher multinationaler Firmen. IWF – Phantom Capital.jpg ” data-src=”https://apps-cloud.n-tv.de/img/21266922-1568213344000/4-3/1136/IWF-Phantom-Capital.jpg” class=”lazyload”/>

(Foto: IWF: Jannick Damgaard, Thomas Elkjaer , Niels Johannesen.)

Trotz aller Versuche, die Steuerflucht von Konzernen durch die Zusammenarbeit der Finanzbehörden einzudämmen, wächst der Anteil des Phantomkapitals. In den letzten zehn Jahren wurden 40 Prozent aller bisherigen Direktinvestitionen geklettert. Wenig überraschend gilt dabei: Je höher die Steuersätze in einem Land sind, desto mehr Phantomkapital fließt ab.

Steueroasen mitten in Europa

Der Großteil des Geldes lagert nicht im Verborgenen, sondern ziemlich offen in wenigen, allseits bekannten Steueroasen. Und die zwei größten Fundstellen in der EU: Allein Luxemburg und die Niederlande beherbergen zusammen die Hälfte des eigenen Phantomkapitals. Zählt man auch noch Irland, die Schweiz, Hongkong, Singapur, die britischen Jungferninseln, Bermuda, die Kaiman-Inseln und Mauritius hinzu, erhält man eine globale Hitliste der Lieblingsorte für steuerflüchtige Unternehmen: 85 Prozent des Phantomkapitals weltweit fließen in diesen zehn Ländern. 19659009] Sie locken mit Steuersätzen nahe Null. In Irland werden 50 Prozent der 80er Jahre auf 12,5 Prozent geschätzt. Über weitere Steuertricks – wie den mittlerweile abgeschafften "Double Irish with a Dutch Sandwich" – können sie ihre Steuerlast noch weiter herunterrechnen. Apple gelang dadurch, dass etwa das Kunststück, Jahr auf Milliardengewinne praktisch gar keine Steuern zu zahlen. Und auch für Irland lohnt sich die Strategie paradoxerweise: Obwohl die Steuersätze drastisch gesenkt wurden, stiegen sie insgesamt, weil immer mehr Briefkastenfirmen ins Land strömten.

Auch wenn Brüssel Irland und Luxemburg einen Großteil der Steuern nachzufordern haben: Obwohl Apple und andere Konzerne dort keine oder nur wenige Jobs schaffen, erhalten Sie doch deren Wirtschaft, indem Sie Registrierungsgebühren zahlen und eine florierende Beratungs- und Finanzindustrie am Laufen halten. "In den Steueroasen der Karibik werden die Dienstleistungen zusammengestellt mit dem Tourismus des Hauptteils des Bruttoinlandsprodukts aus", heißt es in der Studie.

gefallen. Für Kleinstaaten wie Irland ist dieser Steuerwettbewerb überlebenswichtig. Für den großen Industrieländer bedeutet der ruinöse Wettlauf nach unten dagegen einen billionenschweren Aderlass.


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