قالب وردپرس درنا توس
Home / Wissenschaft & Technik / "Monsieur Cuisine Connect" ist höchst ungewiss

"Monsieur Cuisine Connect" ist höchst ungewiss



Als Lidl seinen Thermomix-Klon in die Läden brachte, rissen sich die Kunden um das intelligente Küchengerät. Doch Technologieexperten warnen vor dem Einsatz. Das "Monsieur Cuisine Connect" ist höchst ungewiss.

Ein neuer Thermomix kostet rund 1.300 Euro. Lidl kaufte jedoch kürzlich ein Exemplar des beliebten Küchenwunders – für nur 359 Euro. In den Läden führten die Super-Schnäppchen laut Medienberichten teilweise zu turbulenten Szenen. Die Kunden zerrissen sich fast an der "Monsieur Cuisine Connect". Derzeit wird der günstige Thermomix mit Touch-Display auf der Hersteller-Website als "ausverkauft" angegeben.

Wenn man jedoch den beiden Franzosen Alexis Viguie und Adrien Albisetti glaubt, sollten sich Käufer lieber nicht mit dem smarten Küchenhelfer an das Internet anschließen. Wie die beiden Hacker herausfanden, verfügt das Gerät über ein verstecktes Mikrofon, das weder im Handbuch erwähnt noch benötigt wird. Schließlich hat der Thermomix-Klon keine Sprachsteuerung. Warum also ein Mikrofon einstecken?

Das perfekte Spionagetool?

Lidl behauptet, dass das Mikrofon nicht aktiv ist. Dies kann jedoch niemand ohne spezielle Ausrüstung und technische Kenntnisse überprüfen. Aus Benutzersicht ist das Mikrofon bestenfalls ein überflüssiges Detail. Im schlimmsten Fall wird es ein Alptraum für Sicherheit und Privatsphäre, warnen Experten. Angreifer könnten Schwachstellen im Netzwerk und auf dem Gerät ausnutzen, um das Mikrofon zu aktivieren und für Spionagezwecke zu missbrauchen.

Laut Viguie und Albisetti ist dies durchaus möglich, weil der Hersteller von "Monsieur Cuisine Connect" ordentlich durcheinander gebracht hat. Somit ist das Gerät bereits auf einer veralteten Android-Version im Handel. Der Benutzer kann sich hier nicht auf Sicherheitsupdates verlassen. Insgesamt wird so sichergestellt, dass der billige Thermomix mit geringem Aufwand gehackt und manipuliert werden kann.

Verbraucher im Stich lassen

Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Sicherheitsaspekte sogenannter "smarter" Haushaltsgeräte zu achten. Hersteller bringen oft Produkte auf den Markt, die nicht einmal den Mindeststandards entsprechen und bereits aus dem Verkauf unsicher sind. Die Bereitstellung von Sicherheitsupdates ist ebenfalls unzureichend.

Politiker und Sicherheitsexperten fordern seit langem strengere und verbindliche Herstellerspezifikationen für internetfähige Geräte. Obwohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik an einem I T-Sicherheitscode arbeitet, wird den Verbrauchern beim Kauf von Smart-Home-Geräten in Zukunft eine Orientierung geben. Ein I T-Security Act wie von der Großen Koalition versprochen, steht noch aus. Dies wird regelmäßig von Verbrauchervertretern kritisiert.


Source link