قالب وردپرس درنا توس
Home / Unternehmen / Top 10: Infineon erschließt den Kapitalmarkt für den Erwerb des US-Unternehmens Cypress – Belastungen durch Infineon-Aktien | Botschaft

Top 10: Infineon erschließt den Kapitalmarkt für den Erwerb des US-Unternehmens Cypress – Belastungen durch Infineon-Aktien | Botschaft



Der Halbleiterkonzern platzierte in einem beschleunigten Verfahren bei institutionellen Investoren knapp 1

13 Mio. neue Aktien zu einem Preis von je 13,70 €. Gegenüber dem Schlusskurs am Montag entspricht dies einem Abschlag von 4,6 Prozent. Vor Kosten und Provisionen nahm Infineon damit 1,55 Milliarden Euro auf, wie das Unternehmen aus Neubiberg bei München in der Nacht zum Dienstag mitteilte.

Wie erwartet verlief die Kapitalerhöhung bei den Anlegern nicht gut. Am Dienstagmorgen, kurz nach Handelsbeginn, fiel das Papier von Infineon auf den niedrigsten Stand seit Juni 2016. Zeitweise verloren Aktien über sechs Prozent ihres Wertes, was Infineon zum schlechtesten Performer im deutschen Referenzindex machte. Dies setzte den Rückgang der letzten Wochen fort. Zuletzt waren die Aktien mit mehr als fünf Prozent noch mit 13,61 Euro negativ.

Infineon gab Anfang Juni die geplante Übernahme von Cypress Semiconductor bekannt. Sie soll spätestens Anfang 2020 abgeschlossen sein. Die Neuankömmlinge hatten sich bereits die Unterstützung der Cypress-Führung gesichert.

Während Infineons CEO Reinhard Ploss schwärmte, dass seine Gruppe mit der Übernahme in die Top 10 der Halbleiterhersteller weltweit aufsteigen würde, reagierten die Aktionäre bereits zu Beginn dieses Monats verärgert. Die Meinung von Ploss hat nicht dazu beigetragen, dass Infineon auf dem Weg ist, zum Weltmarktführer bei Chips für die Autoindustrie zu werden. Die Aktie befindet sich seit Bekanntgabe der Akquisition in einem Abwärtstrend und hat seit Jahresbeginn mehr als ein Fünftel verloren. In den vergangenen zwölf Monaten war sogar ein Rückgang von 45 Prozent zu verzeichnen. Infineon ist damit einer der Nachzügler im Dax (DAX 30).

Analysten hatten auch vorsichtig auf die geplante Übernahme reagiert, die für Halbleiterunternehmen schwierig ist. Die Branche ist angesichts der Eintrübung der Wirtschaftsaussichten, der Verlangsamung der Autoindustrie und des Zollstreitens zwischen den USA und China unter Druck geraten. Obwohl Analysten die strategische Ausrichtung der Cypress-Übernahme zwar gelobt hatten, wurde der Kaufpreis doch mitunter als sehr hoch bezeichnet.

Für Analyst Harald Schnitzler von der DZ Bank kam nun die Zeit der Kapitalerhöhung überraschend, wie er am Dienstag in einer aktuellen Studie schrieb. Der Emissionserlös scheint ihm niedriger zu sein, als Infineon gedacht hat. Anscheinend war die größere makroökonomische Unsicherheit der Grund für diese Entwicklung, vermutete der Analyst. Schnitzler bezeichnete den Kaufpreis für Cypress aufgrund der Marktunsicherheiten als ehrgeizig. Dennoch sei die angekündigte Übernahme des US-Unternehmens aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt, um das Produktportfolio zu erweitern und die Marktposition von Infineon zu verbessern.

Der Commerzbank-Experte Florian Treisch hielt den Zeitpunkt der Aktienplatzierung mittlerweile für nicht optimal, zumal der gesamte Halbleitermarkt ohnehin im Abwärtstrend begriffen ist. Ein Großteil der Verwässerung aus der Kapitalerhöhung sei bereits in die Aktie eingepreist.

Für Infineon wäre die Übernahme von Cypress Semiconductor das größte Geschäft in der Unternehmensgeschichte. Um trotz des milliardenschweren Kaufpreises eine gute Bonität der Ratingagenturen zu gewährleisten und auch in Zukunft ein günstiges Fremdkapital zu erhalten, sollen rund 30 Prozent des Kaufpreises durch Eigenkapital finanziert werden. Das entspräche rund 2,7 Milliarden Euro. Infineon war seit Monatsbeginn mit dieser Meldung belastet. Unabhängig davon hat der Halbleiterkonzern bereits rund 60 Prozent dieser Summe durch die Kapitalerhöhung gesichert.

Ein Börsenmakler bemerkte kritisch, dass der Chiphersteller nun den Rest des zum Erwerb benötigten Eigenkapitals durch die Emission von Pflichtwandelanleihen generieren könne. Dies würde einen Aktienüberschuss erzeugen, der auf den Preis drückt. In dieser Hinsicht hätten Anleger es vorgezogen, wenn Infineon den Deal in einem Schritt finanziert hätte.

Infineon hat bereits Kreditzusagen von Banken für die Gesamtübernahme erhalten. Auch eigenes Bargeld soll nach Gruppenangaben in den Einkauf fließen. Zu den Möglichkeiten, zusätzliches Eigenkapital zu generieren, gehört die Ausgabe von Pflichtwandelanleihen oder das Sammeln von Gewinnen.

NEUBIBERG (dpa-AFX)

Bildquellen: Sean Gallup / Getty Images, 360b / Shutterstock.com


Source link