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Er verdient 150.000 Franken, sie ein Viertel weniger – SonntagsZeitung



Wenn Frauen die Karriereleiter erklimmen, werden sie einsam. Denn mit jeder Hierarchieebene steigen sie an, der Frauenanteil sinkt: In der Geschäftsleitung von Schweizer Unternehmen liegt er aktuell bei nur 7 Prozent.

Dementsprechend der Frauenanteil bei den hohen Löhnen ] Das zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS). 2017 hatten 17 Prozent der Schweizer Arbeitskräfte ein Jahresgehalt von über CHF 104'000. Der Anteil steigt seit Jahren an – im Jahr 2000 waren es nur 9,7 Prozent. Aber: Die Kluft zwischen den Geschlechtern ist groß.

Frauen verdienen im Oberkader deutlich weniger

Während jeder vierte Mann am Jahresende mehr als 1

04'000 Franken nach Hause bringt, sind Frauen nur vierzehnte. In der untersten Lohnklasse ist die Situation genau umgekehrt: Jede fünfte Frau verdient weniger als 26.000 Franken, aber nur jeder sechzehnte Mann.

Das ist nicht alles. Die schweizerische Lohnstrukturuntersuchung zeigt auch, dass auf keiner anderen Hierarchieebene der Unterschied zwischen Männern und Frauen so groß ist wie im Top-Kader. Frauen verdienen laut einer Studie des BFS und des Amtes für Arbeits- und Sozialpolitik (Bass) durchschnittlich 25 Prozent weniger als Männer. Bei allen Gehaltsstufen beträgt der Unterschied 18 Prozent.

Ein Teil davon lässt sich durch Unterschiede in Alter oder Bildungsniveau erklären. Was bleibt, ist das ungeklärte Lohngefälle, das auf Diskriminierung hinweist. Und dieser Unterschied wird je nach Studie zunehmen, je höher der berufliche Status ist.


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Eine männliche Führungskraft im kaufmännischen Bereich verdient beispielsweise 12.000 Franken im Monat – eine weibliche Führungskraft verdient rund 3.000 Franken weniger. Darüber hinaus verdienen Frauen im Top-Team noch weniger als in der Mitte.

Wie werden Frauen mit guten Jobs am stärksten benachteiligt? Laut Barbara Zimmermann, Soziologin an der Universität Bern, spielt die Berufswahl eine große Rolle. Selbst in der Führungsebene haben Frauen immer noch mehr Positionen als Männer. "Sie vertreten eher weiche Abteilungen wie Personal oder Marketing in der Geschäftsleitung", sagt Zimmermann.

Außerdem können sektorspezifische Unterschiede einen Teil des Lohngefälles ausmachen: Frauen arbeiten häufiger in akademischen Berufen, im Gesundheitswesen und in Dienstleistungsberufen – Sektoren, die nicht für exorbitante Löhne bekannt sind. Entscheidend ist auch die Größe eines Unternehmens: Ein hochrangiger Kader bei einer Großbank verdient in der Regel mehr als einen in einem KMU. Und schließlich werden Entscheidungen über Beförderungen und Gehälter auch von Stereotypen und Vorurteilen im Top-Kader beeinflusst. "Wenn wir uns einen typischen Manager vorstellen, denken wir an einen Mann im Anzug", sagt Zimmermann. Solche Ideen sind extrem verankert. Und sie beeinflussten die Wahrnehmung einer Person und ihre Kompetenzen. Dies wird sich laut dem Soziologen nur ändern, wenn Frauen in Führungspositionen mehr Vorbilder haben, was ihren Anteil erhöht. Und wenn es bei den Löhnen Transparenz gibt. Denn es ist oft das defensivere Verhalten von Frauen in Lohnverhandlungen, das ihnen niedrigere Löhne gibt.

Weit weg von der totalen Gleichheit

Immerhin konnten Frauen in den letzten Jahren wieder Boden gutmachen. Im Jahr 2006 betrug das Lohngefälle an der Spitze der Gruppe immer noch mehr als 30 Prozent, 5 Prozent mehr als heute. Silvia Strub, Expertin für gleiches Entgelt am Bass-Forschungsinstitut, sagt: "Die Frauen haben sich im Lohn wieder gutgemacht."

Die Wirtschaft der Schweiz ist jedoch noch weit von der totalen Gleichheit entfernt. Ein Problem besteht laut Strub darin, dass die Workload-Strukturen noch nicht flexibel genug sind, um die Gleichstellung zu fördern. "Solange die Unternehmen [19659-03] einen Kader mit einem Vollzeitjob gleichsetzen, werden nur wenige Frauen mit den Spitzenlöhnen mithalten können."

(Sonntagszeitung)

Erstellt: 02.12.2018, 18:39 Uhr


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