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Frankfurt, Paris, Rom – Top oder Flop? Der Brexit und die Banken | Nachrichten



Für Banker ist London der Nabel der Welt. Vor allem die großen Wall-Street-Häuser haben die britische Hauptstadt als Standort gewählt, von dem aus sie Kunden in Europa vertreiben werden. Das Geschäft läuft seit langem gut, aber mit dem geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im März 2019 wird der Zugang zu lukrativen Märkten von der spanischen Atlantikküste zum Schwarzen Meer für JP Morgan, Goldman, wesentlich schwieriger Sachs & Co.

Eine Stadt, die einst London als Finanzmetropole ersetzen konnte, existiert in Kontinentaleuropa einfach nicht. Bislang gilt der deutsche Finanzplatz Frankfurt als der große Gewinner bei den Liebhabern der Brexit-Exilanten. Rund 20 ausländische Banken wollen in den kommenden Monaten und Jahren ihr Geschäft in der Stadt ausweiten, darunter vier der fünf größten amerikanischen Investmentbanken, Citi, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley.

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Wir erwarten Personalaufstockungen von 200 bis 300 Arbeitsplätzen pro Haus, so dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren von 3.000 bis 5.000 neuen Arbeitsplätzen sprechen werden ", sagt Stefan Winter, Leiter Darüber hinaus verlagern deutsche Institutionen wie die Deutsche Bank Arbeitsplätze aus London nach Hause: Die Helaba erwartet 8.000 neue Arbeitsplätze am Main und Frankfurt Main Finance erwartet bis 2021

10.000 neue Arbeitsplätze im Finanzsektor. [19659002] Im Extremfall könnten 4.000 der 8.600 Arbeitsplätze der Deutschen Bank in London entfallen, sagte Sylvie Matherat, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, im Frühjahr 2017. Seither versucht die Bank, ihre Mitarbeiter zu beruhigen: Die Zahl ist viel zu hoch, sagte CEO John Cryan kürzlich in einem Interview: "Wir gehen davon aus, dass wir in Frankfurt zunächst einige hundert neue Arbeitsplätze schaffen werden."

Aber auch andere Standorte profitieren vom Brexit: Paris, Rom, Madrid und ein halbes Dutzend anderer Städte Ich hoffe auf den Brexit Banker. "Die Eier werden nicht alle in einen Korb zurückgelegt", glaubt der ausländische Bankier Winter. Die Werbung für die neuen Arbeitsplätze ist entsprechend stark. Zum Beispiel will Deutschland dem französischen Beispiel folgen und den Kündigungsschutz für hochbezahlte Banker lockern.

Die Uhr tickt

Egal, wie lange die Schlange der Bankverlagerungen am Ende sein wird, London wird bei weitem das wichtigste Finanzzentrum in der absehbaren Zukunft bleiben Europa: Die meisten Deals sind hier eingefädelt, handeln Aktien, Devisen und Rohstoffe brummt und hier, aus der Sicht der Bankiers, pulsiert die Hauptschlagader des Geldkreislaufs. "In vielen Bereichen wird es nicht passieren, dass jeder in London seine Koffer packt und nach Kontinentaleuropa auswandert", sagt der ehemalige Präsident der Federal Bank und heute UBS-Präsident Axel Weber.

Es ist keineswegs einfach für die Finanzinstitute, einschließlich der Angestellten, die Familie aus den teuren, aber immer noch sehr beliebten Londoner Vierteln wie Hampstead, Notting Hill oder Kensington

zu entfernen. Sogar Weltstädte wie Rom, Madrid oder Paris kaum Anlagespezialisten anziehen, von denen viele langweilig und unverschämt sind, ganz zu schweigen von dem provinziell geprägten Frankfurt. "Nur 20 bis 30 Prozent der anvisierten Mitarbeiter sind bereit, sich zu verändern", sagt ein hochrangiger Banker in Frankfurt, der sich an den Brexit-Vorbereitungen seines Instituts beteiligt.

Keine Briefkastenfirmen

Viele Risikomanager, IT-Profis und Compliance-Experten brauchen die Institute auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Da mit einer Briefkastenfirma am Main nicht umgegangen wird, haben die Finanzaufsicht Bafin und die Europäische Zentralbank (EZB) frühzeitig klargestellt. Nach dem Wegfall des "EU-Passes" benötigen viele Häuser neue Banklizenzen. Einige der großen Häuser werden zum ersten Mal der Aufsicht der EZB unterstellt, die direkt die größten Banken im Euroraum überwacht.

Die Ungewissheit ist immer noch hoch: trotz der jüngsten Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über eine 21-monatige Übergangsfrist bis Ende 2020 könnte das Abkommen noch immer scheitern. "Nichts ist so lange vereinbart, bis alles vereinbart ist", sagt EU-Verhandlungsführer Michel Barnier. Für die Finanzinstitute tickt die Uhr immer lauter. "Die Banken müssen bis Ende März 2019 bei allen Brexit-Vorbereitungen weiterhin bereit sein", sagt Markus Becker-Melching, Brexit-Experte des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB).

Der Aufwand ist enorm: Bei der Deutschen Bank haben bereits im Februar Techniker begonnen, die rund 20.000 institutionellen Kunden im Wertpapierhandel von den Computersystemen in London nach Frankfurt umzulagern.

Während einige bereits intensiv am Brexit arbeiten, hoffen andere wie die Deutsche Börse noch. Clearing und Settlement von Handelsgeschäften (Clearing) bieten eine "einmalige Chance" für Frankfurt, sagt Börsenchef Theodor Weimer. Bis Ende 2019 will der Konzern seinen Marktanteil im lukrativen Geschäft auf 25 Prozent steigern – bislang spielen die Deutschen im von der London Stock Exchange LSE dominierten Geschäft nur eine untergeordnete Rolle.

(Reuters)


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