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Ist Talkumpuder eine tickende Zeitbombe?



Von Silvia Aeschbach, 27. Juni 2018

  Von Kopf bis Fuß

Ob Talkum Krebs verursachen kann, ist umstritten. Trotzdem werfen die US-Gerichte den Klägern weiterhin riesige Summen vor. Foto: iStock

Ob die regelmäßige Anwendung von Talkum im Genitalbereich mit Eierstockkrebs in Verbindung gebracht wird, ist etwas, das sich die Geister verabschieden. In einem sensationellen Prozess verurteilte ein Gericht in Los Angeles das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson zu einem Rekordschaden von $ 417 Millionen an einer schwer kranken Frau im vergangenen Jahr. Hunderte von Klagen sind derzeit nicht nur in den USA anhängig, sondern auch in England haben sich mehrere Wochen lang krebskranke Frauen gegen die US-Multis gebildet. "Mail Online" spricht in diesem Zusammenhang von einer "tickenden Zeitbombe".

Die Studie ist jedoch umstritten. Die bislang umfassendste Beobachtungsstudie – von mehr als 61.000 Frauen, die im Rahmen der Fraueninitiative für mehr als 12 Jahre gescreent wurden und von denen etwa die Hälfte von Talkum verwendet wurde – hat 2014 keine karzinogene Wirkung des Pulvers festgestellt. Eine weitere Analyse von insgesamt 16 Studien mit insgesamt 12.000 Frauen zeigte bei Verwendung von Talkum zunächst ein um 33% erhöhtes Risiko für Ovarialkarzinome. Forscher am Marshfield Clinic Cancer Center in Wisconsin fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Menge oder Häufigkeit der Pulververwendung und der Häufigkeit von Krebs. Im Gegensatz dazu gibt es weitere wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Asbest in den Talkpartikeln vorhanden ist, was als krebserregend gilt.

Immer wieder wird argumentiert, Beobachtungsdaten würden nicht ausreichen, um Intiminatoren als Ursache von Eierstockkrebs zu identifizieren. Es war auch in der Studie von "Handwerksfehler" gekommen. Wasser in den Werken der Firma Johnson & Johnson, die die getroffenen Beurteilungen nicht anerkennen wollen.

Gefahr nur durch Inhalation

Talk wird aus Mineral Talk gewonnen. Durch die Weiterverarbeitung bleiben winzige Fasern zurück. Diese werden nicht nur in der Herstellung von Babypuder, sondern auch in Puderkosmetika verwendet. Da Talk gegen Feuchtigkeit resistent ist, wird es auch in Arzneimitteln zur Neutralisierung von Magensäure eingesetzt.

Wie ist die Situation in der Schweiz? "Der Talk, der in Europa und der Schweiz für Kosmetika und Babypuder verwendet wird, enthält keine Asbestfasern. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für seine krebserregende Wirkung", sagt Dermatologe Dr. med. Liv Kraemer. Der Arzt bestätigt jedoch eine Gesundheitsgefährdung beim Einatmen des Pulvers. "Aber Sie sollten doch kein Spülmittel trinken, genauso wenig wie Sie Pulver einatmen sollten. Das ist die gleiche Diskussion wie bei McDonald's, weil der Kaffee heiß war", sagt Kraemer. Personen, die mit Talkum in Berührung kommen, können sich jedoch unter einer Krankheit namens Talk, die Atemnot und schwere Lungenschäden verursacht, zurückziehen. Es kann zu einer Entzündung und Verhärtung des Lungengewebes führen.

Tatsache: Babys und Kleinkinder sollten nicht in die Nähe von Babypuder kommen. Von 1979 bis 2008 registrierten die Giftinformationszentren in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich 113 Unfälle mit Babypuder. Dass heute weniger passiert, hat damit zu tun, dass die meisten Produkte Sicherheitsverschlüsse haben, damit nichts passieren kann.

Ob Talkum als Baby- oder Intimpulver verwendet wird – es ist unnötig. In Zukunft werde ich auf jeden Fall meinen Puder nicht mehr verwenden, den ich manchmal benutze, wenn sich die Innenseite meiner Oberschenkel bei heiß-feuchten Temperaturen während des Joggens rötet. Sicherlich sicher.


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