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Nach Bern gekämpft oder weggetwittert – News Zürich: Region



So krass und endlos wie 1995 war die Spannung im kantonalen Wahlzentrum gestern nicht. Damals ging die heutige Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) als Nationalrätin ins Bett – und wachte als Ersatzfrau auf. Gestern standen die ersten Resultate zu den Nationalratswahlen dank der Hochrechnungen von Chefstatistiker Peter Moser bereits um 14.20 Uhr fest. Überraschend: die Verluste der SP und die Vorwärtssprünge von Grünen und GLP. Moser prognostiziert bereits am frühen Nachmittag eine «grüne Welle».

Doch was ist mit der SP los, die sich im Frühling bei den Kantonsratswahlen halten konnte, in den Wahlumfragen nur minim verlor, gestern aber massiv einbrach? Die heutige SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr sagte: «Als Mitglied der ältesten Umweltpartei freut es mich, dass die Umwelt insgesamt gewonnen hat.» Sind diese scharenweise zu den Grünen oder gar zur GLP übergelaufen? Die frühere Winterthurer SP-Stadträtin Yvonne Beutler sagte diplomatisch: «Das Glanzresultat von Daniel Jositsch ist für mich auch eine Anerkennung seiner sozialliberalen Kurse.»


Konsternierte Kurses: Die SP -Co-Präsidenten Andreas Daurù (links) und Priska Seiler Graf nehmen die Wahlniederlage zur Kenntnis. Bild: Michele Limina

Für SP-Co-Präsidentin Priska Seiler Graf . Die SP haben ihre rund vier Wählerprozente an den Grünen verloren, nicht an die GLP. Auch Andreas Daurù der andere SP-Co-Präsident, wollte nichts von einem Galladé- oder einem Frei-Effekt ( Daniel Frei und Chantal Galladé waren von der SP zu den Grünliberalen übergetreten) wissen. «Grün-Linke wählen sozial und linkssolidarisch», sagte Daurù. Marionna Schlatter . Tiana Angelina Moser Marionna Schlatter wurde bewusst gewählt und nicht viel bekanntere Grünliberale und bisherige Nationalrätin .

Martin Naef – immerhin früherer Parteipräsident und einstiger Hoffnungsträger – und / oder Flughafenpolitiker Thomas Hardegger zugunsten der linkeren Stadtzürcher Kantonsrätin Céline Widmer über die Klinge springen müssen. Im letzten Moment überholte der Städter Martin Naef noch den Rümlanger Thomas Hardegger – doch dieser wurde von Céline Widmer um 250 Stimmen überholt. Mit «Stadt und Frau» kann man die Großwetterlage bei der SP auch umschreiben.

Eine Berg- und Talfahrt erlebte die CVP bis zur Auszählung der letzten Stimme. Trotz eines Stimmengewinnes von 0,22 Prozent lost the CVP in the last second seat of Kathy Riklin an the Grünliberalen in the Listenverbindung. Nicole Barandun die letzten Momente Josef Wiederkehr um 500 Stimmen überholte, aber als zweite hinter dem souveränen Philipp Kutter blieb. Kathy Riklin hatte übrigens als Spitzenkandidatin der Christlich Sozialen Vereinigung nicht die geringste Chance auf einen Sitz.

Bei der SVP war das Zittern für Claudio Zanetti schon am Nachmittag vorbei; er lag deutlich zurück. Er trug seine Abwahl mit Fassung. «Ob mit oder ohne Zanetti geht es der Schweiz nicht schlechter», sagte er. Viel mehr erschüttert wird über die Abwahl des freisinnigen Gewerbeverband-Direktors Hans-Ulrich Bigler . «Das ist ein bedenkliches Signal gegen die Schweizer Wirtschaft.» «Wenn ich die Wahl habe, ist die Auslese klar.»


Nach vier Jahren ist Schluss: SVP-Nationalrat Claudio Zanetti (links) wurde abgewählt. Bild: Boris Müller

Im Wahlzentrum hat man sich aus dem Nationalrat einen Kahlschlag gemacht. Eine interessante Version dieses SVP-Kantonsrats Hans-Peter Amrein auf: «Nur mit Facebook und Twitter kann man keine Wahlkämpfe gewinnen. Gerade bei der SVP-Wählerschaft braucht es Kandidatinnen und Kandidaten, welche Ärmel hochkrempeln, auf die Strasse und unter die Leute gehen. »Das, also Amrein, erkläre das schlechte Abschneiden von Dauertwitterer Zanetti. Und die guten Resultate von Bauer und «Musterschwiegersohn» Martin Hübscher von dessen Bauernkollegen Martin Haab aber auch vom erst 28-jährigen Benjamin Fischer oder von Nina Fehr Düsel die im Wahlkampf von Vater Hans Fehr unterstützt wurde.

Valentin Landmann machte auf der 55plus-Liste der SVP 11500 Stimmen – nur rund einen Zehntel dessen, was seine Kollegen auf der normalen Liste schafften – und bleiben Kantonsrat. Christoph Mörgeli vor vier Jahren abgewählt, gelang das Comeback nicht. Er wurde vom 15. Listenplatz auf Rang 20 zurückgereicht.

Bei der FDP überholte der 25-jährige Stadtzürcher. Andri Silberschmidt Stadt Zürich. «Ich bin überwältigt, voll durch den Wind – diese Wahl hätte ich nie erwartet», sagte der Noch-Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. Hans-Ulrich Bigler . Dies sagte: «Ich bin konsequent für meine Überzeugungen eingestanden und habe mich für dieses Nationalratsmandat nicht verrenkt.»


Die GLP-Co-Präsidenten Corina Gredig (rechts) und Nicola Forster (mitte) sowie der neu gewählte Nationalrat Jörg Mäder (links) haben Grund zum Feiern. Bild: Boris Müller

Die Grünen waren sensationell hell – und von sich selbst überwältigt. Neu gewählt sind Marionna Schlatter Wiederkehrerin Katharina Prelicz-Huber und die 27-jährige Neu-Kantonsrätin Meret Schneider . Nach dem Rücktritt von Thomas Weibel feierten die Grünliberalen gleich vier neue Mitglieder: Corina Gredig, Jörg Mäder Barbara Schaffner und Judith Bellaïche .

Doppelt schwer traf die Abwahl der bisherigen BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti . Sie müssen nach acht Jahren in Bern, aufhören. Und mit ihrer Partei geht es zehn Jahre nach der Gründung steil bergab. Auch im Kantonsrat ist sie seit dem Frühling nicht mehr vertreten. «Die BDP wird weiter existieren», sagte Quadranti. «Ich höre mit Stolz auf, der BDP hat sich in Bern einen guten Namen als Brückenbauerin gemacht.»

Der abgewählte BDP-Kantonsrat Marcel Lenggenhager hatte gestern immerhin einen bestimmten Job. Er führte mit SVP-Kantonsrat Pierre Dalcher eine US-amerikanische und kanadische Staatsparlamentarier – von Mississippi bis Hawaii – durch alle Stufen der Wahl: vom Urnenschlitz im HB über das Auszählungszentrum im Kreis 4 + 5 bis in the TV -Studios im Wahlzentrum. "Am meisten hat sie überrascht, wie wir noch von Hand auszählen", sagte Dalcher. Dafür stimmt die Auszählerei bei uns meistens – im Gegensatz zu den USA mit ihren Lochkartensystemen.


 

Erstellt: 21.10.2019, 06:37 Uhr


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