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Rap-Skandal: Aus Protest: Echo-Gewinner geben Preisgeld zurück



RAP-SCANDAL ⋅ Das Duo Kollegah und Farid Bang schreiben antisemitisch – und erhielten immer noch den wichtigsten deutschen Musikpreis. Namhafte Preisträger lehnen den Echo Award aus Protest ab.

Philipp Bürkler, Melissa Müller

Die Empörung hört nicht auf. Einige Musiker geben später ihren Echo Award zurück. Sie protestieren gegen den Preis des Rappers Kollegah und Farid Bang.

Klaus Voormann, ein Pionier und Freund der Beatles, verschmäht das Echo für seine Arbeit, die er am Donnerstag erhielt. "Provokation ist erlaubt und manchmal sogar notwendig", sagte der 80-Jährige. Aber die Grenze zu unmenschlichen, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und verherrlichenden Gewaltaussagen sollte nicht überschritten werden. Selbst die Gewinner des Echo Klassiks des letzten Jahres, das "Notos Quartet", wollen ihr Echo nicht mehr. Der Preis duldet offenen Rassismus.

Auf dem Düsseldorfer Album gibt es Zeilen wie "Mach mal wieder einen Holocaust, komm mit dem Molotow" und "Mein Körper ist definierter als von Auschwitz-Häftlingen". Während Kollegah seinen Körper freiwillig in der Turnhalle trimmt, legt er seinen Muskelfetisch gegen ausgemergelte Häftlinge in einem Konzentrationslager ab. Die Rapper erhielten am 1

2. April, dem Holocaust-Gedenktag, die Ehre aller.

"Künstler sind nur Statisten"

Der Echo-Ethik-Rat hatte das umstrittene Zitat zuvor getestet und für "Grenzfall" gehalten: Es sei geschmacklos, aber nicht antisemitisch. Der erste, der sich zu Wort meldete, war Campino. Der Frontmann "Tote Hosen" kritisierte die Rapper bei der Veranstaltung auf der offenen Bühne. Die Sängerin Sophie Hunger schrieb daraufhin einen offenen Brief an die Ethikkommission. "Katastrophal", sagte sie.

Beim Echo-Preis geht es nicht um Kunst, sondern um den Verkauf. Das kritisierte Album "Jung, Brutal, Handsome 3" wurde 30 Millionen Mal gestreamt und verkaufte sich 200.000 Mal. "Es geht um Geld, Marktanteile und Selbstdarstellung. Die Künstler selbst sind nur Statisten", sagt Sänger Peter Maffay, der sogar einen Rücktritt der Verantwortlichen fordert. In der Zwischenzeit kündigte der Bundesverband der Musikwirtschaft als Veranstalter an, dass das Konzept überarbeitet werde.

Bereits im Dezember gab es in der Schweiz einen Aufschrei über Kollegah und Farid Bang, nachdem Radio SRF 3 ihr frauenfeindliches Lied "Ave Maria" in den Charts gespielt hatte. Es heißt: "Deine Chick ist eine Broke-Ass-Bitch, weil Ich ficke sie bis ihr Steißbein bricht. "

Rechtsanwalt und Verschwörungstheoretiker

Kollegah, mit dem richtigen Namen Felix Andreas Blume, wird zum Islam bekehrt. Er ist eine widersprüchliche Persönlichkeit: Auf der einen Seite studiert er Jura, auf der anderen Seite verbreitet er Verschwörungstheorien und anti-israelische Propaganda. Der Influencer hat Hunderttausende Anhänger. In dem 13-minütigen Musikvideo "Apocalypse" inszeniert er sich als Macho-Retter im angeblichen Kampf für die Menschheit zwischen Gut und Böse. Seine Idee: Der Teufel kommt auf die Erde und will die Menschheit dezimieren. Der "Diener des Teufels" trägt einen Ring mit eingraviertem Davidstern. Dieses Symbol ist nicht zufällig gewählt, sagt Jakob Baier, der Kollegahs Arbeit am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin untersucht.

Anlässlich des "Albania Festivals" sollen die Muskelproteste am 5. Mai in der BBC-Arena in Schaffhausen stattfinden. Der Veranstalter konnte gestern nicht kommentiert werden. Der Veranstalter von Europas größtem Hip-Hop-Festival, das Open Air Frauenfeld, will zum Rap-Skandal nicht Stellung nehmen. Obwohl in Frauenfeld im Juli mit Rapper-Garantie auch ein Künstler auftritt, der bereits durch antisemitische Äußerungen auffiel. "Wir kommentieren den Textinhalt von Künstlern nicht", sagt Sprecher Joachim Bodmer.


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