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Rentenmarkt – Die trügerische Ruhe in Italien | Nachrichten



Italien hat nach Griechenland die zweithöchste Staatsverschuldung im Euroraum angehäuft und droht nach den Parlamentswahlen einen politischen Kater. Darüber hinaus zeichnet sich ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik der EZB ab.

Von Börsenturbulenzen ist jedoch nichts zu spüren: Die Renditen italienischer Anleihen sind nach den Wahlen sogar gesunken und damit auch die Kosten für Italien. Experten weisen darauf hin, dass die Euro-Bank auch nach dem Ende ihrer Milliarden-Dollar-Anleihekäufe weiterhin am Markt präsent sein wird und somit als Stabilitätsfaktor dient. Darüber hinaus ergreifen asiatische Investoren mutige Schritte in den Wertpapieren der Regierung. Es lockt die starke Wirtschaft der Eurozone. Der Anstieg des Dollar macht es weniger attraktiv für sie in US-Wertpapiere zu investieren.

In den vergangenen drei Wochen sind die Renditen zehnjähriger italienischer Anleihen von knapp 2,2 Prozent auf rund 1

,9 gefallen. Der Renditespread (Spread) für vergleichbare deutsche Staatsanleihen, der für Investoren wichtig ist, ist ebenfalls niedriger als vor den Parlamentswahlen Anfang März. Bei der Wahl hatte keines der großen politischen Lager eine klare Mehrheit erreicht.

Italien nicht das größte Risiko

Einer der Gründe für die Ruhe auf den Märkten ist laut Ökonomen die Erwartung, dass die Zinssätze in der Eurozone nur hoch sein werden, wird sehr langsam steigen. Das wäre in der Lage, mit Italien fertig zu werden. Für den Allianz-Chefökonom Michael Heise besteht daher aktuell aus dem Mittelmeerraum wenig Krisenpotential. "Ich würde nicht sagen, dass Italien das größte Risiko ist", sagte er kürzlich in Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte sich daher nicht davon abhalten lassen, dass Italien seine Geldpolitik normalisiert.

Derzeit erwarten die Börsen, dass die EZB ihr Milliarden-Anleihekaufprogramm bis Ende des Jahres aussetzen wird. Die Mittel aus auslaufenden Papieren sollten jedoch bis auf weiteres in Anleihen der EZB reinvestiert werden. Die Kreditnehmer erwarten frühestens im zweiten Quartal 2019 eine erste Leitzinsanhebung.

Die Währungshüter halten nach Schätzungen rund 28 Prozent aller ausstehenden italienischen Staatsanleihen. Einigen Experten zufolge sind die relativ niedrigen Renditen italienischer Wertpapiere eine Folge dieser Transaktionen.

Trügerische Ruhe?

"Wenn Sie aufhören zu kaufen, werden Sie ein Drittel aller italienischen Wertpapiere besitzen und Sie werden sie reinvestieren, wenn sie fällig werden. Das ist ein starkes Argument", sagt Portfoliomanager Roberto Coronado vom Vermögensverwalter PineBridge. Ähnlich argumentierte EZB-Direktor Benoit Coeure kürzlich. Aufgrund des mittlerweile sehr hohen Bestandes an erworbenen Anleihen reduziert sich das Risiko unerwünschter Renditeaufschläge. Die Bilanzsumme der EZB ist durch die massiven Käufe inzwischen auf rund 4,5 Billionen Euro angewachsen.

Manche Anleger wagen es immer noch nicht, sich auf den Anleihemärkten auszuruhen. Aus ihrer Sicht rücken mit dem nahenden Ende der Käufe die einzelnen Länderrisiken automatisch wieder stärker in den Fokus. Dies wirkt sich auch auf die Anleihezinsen aus.

"Italiens hohe Verschuldung, die instabile politische Situation und die Reformen, die denen in Spanien und Portugal nicht folgten, sind die Gründe, warum Italien auf dem Radarschirm ist", sagt Boss Investment Manager Francois Savary vom Vermögensverwalter Prime Partner. Im Jahr 2019 bewegten sich die Rentenmärkte wieder in Richtung Normalität. "Und das bedeutet größere Anleihen Spreads."

(Reuters)


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