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Société Générale: Die Zinsen dürften lange Zeit niedrig bleiben 09.10.19



Banken sind seit langem mit einer lockeren Geldpolitik der Zentralbanken konfrontiert. Und in absehbarer Zeit wird sich nicht viel ändern, wie Philippe Heim von der Société Générale sagte.

• Banken müssen sich auf niedrige Zinsen und niedrige Renditen einstellen
• Politische Spannungen setzen Weltwirtschaft unter Druck
• Deutschland ebenfalls betroffen

Um sich auf einen möglichen Einbruch des Wirtschaftswachstums vorzubereiten, senkte die US-Notenbank den Leitzins erst im Juli auf zwei bis 2,25 Prozent. Eine Maßnahme, die seit Beginn der globalen Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren nicht mehr ergriffen wurde. Angesichts der aktuellen Weltereignisse dürfte sich dieser Trend sowohl in den USA als auch in anderen Ländern fortsetzen. Diese Ansicht teilt Philippe Heim, stellvertretender Geschäftsführer der französischen Geschäftsbank Société Générale.

Banken müssen sich auf langfristige Niedrigzinsen vorbereiten

In einem Interview mit CNBC sagte der Geschäftsmann, dass sich Banken auf langfristige Niedrigzinsen und damit niedrigere Darlehenseinnahmen einstellen müssen. Nahezu alle Länder ̵

1; von den USA über Europa bis nach Asien – haben in den letzten Monaten entweder ihre Leitzinsen gesenkt oder planen dies bei bevorstehenden Zinsentscheidungen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass die Zinssätze im kommenden Jahr mindestens in den ersten sechs Monaten niedrig bleiben werden.

Die lockere Geldpolitik würde in Zukunft Druck auf die Zinsmarge und die Einlageneinnahmen ausüben. In Deutschland, Frankreich, Belgien und Japan wurden 10-jährige Staatsanleihen bereits mit negativen Kursen gehandelt. Weltweit beliefen sich die negativen Erträge aus Schuldtiteln auf 16 Billionen USD. In den USA ist die Konjunktur derzeit noch robust, aber es war "nur eine Frage der Zeit", bis die Negativzinsen in Amerika einsetzten, wie der frühere Fed-Vorsitzende Alan Greenspan berichtete.

Unsicherheit durch politische Spannungen

Dies liegt an politischen Spannungen wie dem US-chinesischen Handelskonflikt, dem Brexit oder den anhaltenden Protesten in Hongkong, die das Wirtschaftswachstum weltweit unter Druck setzen. Die US-Notenbanken wiesen letzten Monat ausdrücklich auf die entsprechenden Risiken hin. Zusätzliche Befürchtungen über eine Rezession am US-Rentenmarkt lassen den Verdacht aufkommen, dass die US-Notenbank bei der nächsten Zinsentscheidung am 18. September die Zinsen senken wird.

Die Fed wird seit geraumer Zeit von der US-Regierung scharf kritisiert. Präsident Donald Trump hat die Zentralbank wiederholt aufgefordert, die Zinsen um einen Prozentpunkt zu senken. Was wahrscheinlich passieren wird, weil die US-Wirtschaft laut Analyst Mikael Olai Milhoj von der Dänischen Danske Bank "ihren Höhepunkt erreicht" hätte und nicht zuerst wachsen würde. Eine bevorstehende Rezession erwartet er jedoch nicht.

Deutsche Banken mit höheren Gebühren

In Deutschland versuchen Banken, sich angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfelds mit höheren Girokontogebühren auszustatten. Mehr als 30 Prozent der deutschen Banken hätten ihre Kontoführungsgebühren im ersten Halbjahr um rund 30 Prozent erhöht, insbesondere gegenüber der Sparkasse und den Genossenschaftsbanken. Grund dafür sind die niedrigen Zinsen und der negative Einlagensatz. Infolgedessen könnten Finanzinstitute mit ihrem Kerngeschäft kaum mehr Gewinne erzielen.

Redaktion finanzen.ch

Quelle: Spirit of America / Shutterstock.com, Ismagilov / Shutterstock.com, Sergey Nivens / Shutterstock


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