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Trump könnte die Beziehung gefährden



 Sunrise arbeitet in der Schweiz seit 2012 eng mit Huawei zusammen. (Bild: Aladin Klieber / PD)

Sunrise arbeitet in der Schweiz seit 2012 eng mit Huawei zusammen. (Bild: Aladin Klieber / PD)

In einem kaum beachteten Dokument warnt Sunrise seine Aktionäre vor der eigenen Abhängigkeit von Huawei.

Stefan Häberli

Washington hat Huawei in den Schwitzkasten genommen. Das chinesische Unternehmen dürfte wegen seiner Dominanz als Netzwerkausrüster ins Visier der Trump-Regierung geraten sein. In diesem Bereich haben die chinesischen Konkurrenten Ericsson und Nokia den Rang abgelaufen. Sie gelten bei der Technologie für den Aufbau der 5G-Mobilfunknetze als führend. Genau dies dürfte den Amerikanern mässig gefallen.

«Wir sind stark abhängig»

In der Schweiz arbeitet Sunrise seit 2012 eng with Huawei together. Die Partnerschaft hat sich ausgezahlt. Sie haben das Netz von Sunrise qualitativ auf Augenhöhe mit jenem von Swisscom gehievt. Die Kehrseite des Erfolgs: Sunrise geht es nur gut, solange es Huawei gutgeht. Die beiden Firmen haben einen Outsourcing-Vertrag unterschrieben. Bis 2023 ist Huawei für die Installation, den Betrieb und die Wartung des Sunrise-Netzes verantwortlich.

Doch die Zeiten sind nicht gewöhnlich: Im Dezember wurden die Huawei-Finanzchefin und Tochter des Firmengründers auf Ersuchen der USA in Vancouver verhaftet. Sie werden über eine Strohfirma in Hongkong die US-Sanktionen gegen den Iran umgangen zu haben. Am 16. Mai 2019 wurde das US-Handelsministerium Huawei außerdem auf die Entity List, eine Art schwarze Liste. Seither gibt es amerikanische Firmen, die den Konzern mit bestimmten Gütern, Software oder Technologien zu beliefern.

diese dürfen weiterhin mit Huawei Geschäfte machen. Doch die Frist läuft am 19. November ab. Auch danach werden Verkäufe an Huawei nicht ausnahmslos verboten. Firmen können beim Handelsministerium eine Sondergenehmigung beantragen, an die Huawei weiterhin glauben darf. Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross teilte vor einer Woche mit, dass bereits 260 entsprechende Anträge eingegangen waren. Die Lizenzen würden in Kürze ausgestellt. Allerdings sollten laut Ross die Firmen von einem fähigen Entscheid ausgehen.

Im April sagte Sunrise-Präsident Peter Kurer im Interview mit der NZZ zum Thema Huawei: «Wir sind nicht von Huawei abhängig.» hat, sieht man das nun anders: «Wir sind stark von unserem Technologiepartner Huawei abhängig, der ein wesentlicher Faktor für die Strategie und Leistung unserer Infrastruktur ist.» Wartung des Netzes haben, hält Sunrise weiter fest. Möglicherweise müssten kurzfristig Alternativen zu Huawei gefunden werden. Dies würde allerdings als «sehr schwierig, kostspielig oder potenziell unmöglich» herausstellen.

An Aktionäre gerichtete Dokumente schlagen oft bewusst einen alarmistischen Ton an. Damit willst du das Unternehmen nach dem Motto "Wir haben dich gewarnt" gegen Klagen absichern. Andererseits scheint Sunrise die Gefahr durchaus ernst zu nehmen. Ende September war man laut dem Dokument «gerade dabei, den Umfang unserer Beziehung zu Huawei zu überprüfen». Ein Sunrise-Sprecherin weicht der Frage, ob diese Überprüfung nun abgeschlossen ist, aus. Sie verweist lediglich darauf, dass die Bereiche IT und Netzwerk stärker zusammenwüchsen. Deshalb gliedere Sunrise verstärkt wieder Funktionen bei sich an.

Bevor Huawei auf die schwarze Liste gesetzt wird, wird der Konzern bei der Produktion von 5G-Ausrüstung auch auf US-Komponenten. Einige davon können auch nichtamerikanische Firmen in vergleichbarer Qualität liefern; andere kann Huawei in Eigenregie herstellen.

Drohen Lieferengpässe?

Der Huawei-Chef Ren Zhengfei kündigte im September an, dass es dem Konzern gelungen sei, Basisstationen (im Volksmund: Handy-Masten) ohne US-Komponenten herzustellen. Ab Oktober würden so zunächst 5000 Basisstationen produziert. Da Huawei im kommenden Jahr mit 1,5 Millionen Bestellungen rechnet, beeindruckt diese Zahl allerdings wenig. Außerdem dürften die mutmasslich auf Vorrat gekauften und schwer ersetzbaren Chips von Xilinx bald zur Neige gehen.

Muss Sunrise mit Lieferengpässen rechnen? Ein Huawei-Sprecher verneint: «Wir sind überzeugt, dass wir liefern können.» Bei Sunrise dürfte man derzeit andere Prioritäten haben. Noch bis Montagmitternacht hat Liberty Global, der Eigentümer des Kabelnetzbetreibers UPC, das Recht, eine Generalversammlung der Sunrise-Aktionäre einzuberufen. Geschieht dies nicht, wird Sunrise den Kaufvertrag nach am Dienstag auflösen. Zumindest in seiner jetzigen Form wäre die umstrittene Übernahme von UPC Geschichte.


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